Werkzeug richtig pflegen: Einsatz, Reinigung, Pflege und Lagerung

13 Minuten Video: Ein Seitenschneider, der nicht mehr richtig funktioniert, oder ein Schraubendreher mit abgebrochener Spitze: Elektromeister Tobias Haack zeigt, wie man mit Werkzeug richtig umgeht und wie man es pflegt, damit man es lange und richtig benutzen kann.

Tobias HaackElektromeister · Autor
21. Mai 2025Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Vorschaubild: Tobias Haack zuckt mit den Schultern, links ein offener Werkzeugrucksack mit Zangen und Schraubendrehern, rechts ein geöffneter Werkzeugkoffer, Schriftzug „Richtige Werkzeug Pflege!“

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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Pflege fängt beim richtigen Einsatz an: das passende Werkzeug nehmen, nicht den erstbesten Schraubendreher. Gereinigt wird am besten direkt nach der Baustelle, oft reicht ein trockenes Tuch, sonst warmes Wasser mit etwas Spülmittel. Danach gut trocknen. Die Spülmaschine würde Tobias vielleicht nicht empfehlen. Bei VDE-Werkzeug die Kunststoffteile auf Schäden prüfen. Zangen und bewegliche Teile bekommen ein bisschen Öl. Gelagert wird das Werkzeug geschützt vor Feuchtigkeit und immer am gleichen Platz.

„Empfohlen ist natürlich, direkt nach der Baustelle sein Werkzeug zu reinigen, denn umso länger der Schmutz am Werkzeug dran ist, vor allem an Zangen, an beweglichen Teilen, desto tiefer setzt er sich fest und wird dann auch später schwieriger, den zu reinigen.“

Tobias Haack, Elektromeister, im Video

Hinweis zur Zusammenarbeit: Laut Video hat die Firma Wiha Tobias „ein bisschen Werkzeug zur Verfügung gestellt“. Einen großen Werkzeugkoffer hat er sich nach eigener Aussage vor langer Zeit selbst gekauft. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks.

Kapitel im Video

  1. Intro
  2. Richtiger Einsatz
  3. Werkzeugpflege
  4. Transport & Lagerung

Das Wichtigste aus dem Video

1. Richtiger Einsatz gehört zur Pflege

Gehört vielleicht nicht gleich direkt zur Werkzeugpflege, aber für Tobias doch dazu: der pflegliche Umgang. Wer Werkzeug nicht richtig einsetzt, bei dem kann es schneller kaputtgehen. Er fasst sich dabei an die eigene Nase und zeigt eigene Negativbeispiele. Wenn es schnell gehen muss, nimmt man den ersten Schraubendreher, der einem in die Hand fällt, zum Beispiel einen Schlitzschraubendreher für eine Kreuzschraube. Dann kann sich, wie er zeigt, die Spitze verbiegen. Bei einem Halter aus einem Werkzeugset ist bei ihm etwas rausgebrochen, weil er einen zu starken Anwendungsfall hatte.

Sein Rat: Plant eure Arbeit so gut wie es geht und nehmt das Werkzeug mit, das man dafür braucht. Geht etwas kaputt, ist es ärgerlich. Steckt man es dann wieder in die Kiste, ärgert man sich auf der nächsten Baustelle wieder, warum man es nicht gleich ersetzt hat.

Auch korrodierte, zu fest angezogene oder defekte Schrauben können Werkzeug eventuell kaputt machen. Hier kann man gegebenenfalls Rostlöser nutzen und defekte Schrauben gleich ersetzen. Mit falschem Werkzeug kann man außerdem Bauteile kaputt machen, vor allem wenn ein Drehmoment nötig ist. In Tobias’ Fall wird bei Sicherungen und Bauteilen in der Elektrotechnik ab und zu ein Drehmoment vorgegeben. Dann nicht mit dem normalen Schraubendreher drauflosdrehen, sondern einen Drehmoment-Schraubendreher nutzen. Den gibt es laut Video auch von Wiha.

2. Wann man reinigt

Empfohlen ist laut Tobias, das Werkzeug direkt nach der Baustelle zu reinigen. Je länger der Schmutz dran ist, vor allem an Zangen und beweglichen Teilen, desto tiefer setzt er sich fest. Die Realität sei eine andere: Baustelle fertig, Werkzeugkoffer ins Auto, Feierabend, und morgens holt man ihn wahrscheinlich wieder dreckig raus. Wenn es ganz wild aussieht, macht er es gleich abends. Bei ihm ist es sein eigenes Werkzeug.

Wer Mitarbeiter hat, denen das Werkzeug zur Verfügung gestellt wird, geht damit vielleicht nicht so pfleglich um. Deshalb sollte man als Arbeitgeber vielleicht die Möglichkeit schaffen, das Werkzeug in der Arbeitszeit sauber zu machen. Zum Beispiel an einem Wochentag. Die meisten machen das laut Tobias „freitags, mittags zum Feierabend, zum Wochenende“. Da macht man das Fahrzeug sauber und kann sich dann auch ums Werkzeug kümmern.

3. So reinigt Tobias sein Werkzeug

Tobias hat Druckluft. Damit bläst er zuerst seinen groben Baustellenkoffer aus, damit der Staub draußen ist. Ganz wichtig dabei ist für ihn eine Schutzbrille, weil bei ihm ganz viel Bauschutt rausgeflogen ist und das nicht im Auge landen soll.

Oft reicht es, das Werkzeug mit einem trockenen Tuch abzureiben. Ist es stärker verschmutzt, wie seine Zange aus einem Rohbau, nimmt man einen Eimer warmes Wasser mit etwas Spülmittel und einen Lappen. Man kann das Werkzeug auch unter fließendem Wasser reinigen. Danach muss es aber wieder getrocknet werden, damit sich kein Rost bildet, vor allem nicht in den Gelenken. Sonst geht es nachher schwergängiger. „Feuchtigkeit ist für Werkzeug nicht gut“, sagt er.

Die Spülmaschine würde er vielleicht nicht empfehlen. Dort können aggressivere Reiniger drin sein oder das Wasser ist zu heiß, und dann beschädigt man vielleicht den Kunststoff.

Bei hartnäckigem Schmutz wie Öl- oder Fettrückständen gibt es spezielle Werkzeugreiniger. Bei ihm ist es nur Staub, da reicht das feuchte Tuch mit etwas Spülmittel. Seine Wasserwaage hat Gipsrückstände vom Eingipsen. Die muss man richtig sauber machen, sonst zeigt sie wegen der Gipserhebungen auf einmal gerade an, und nachher ist es krumm. Auch den Werkzeugkoffer selbst kann man mit einem feuchten und danach einem trockenen Lappen sauber machen.

Neben einem längeren Leben fürs Werkzeug macht sauberes Werkzeug laut Tobias auch beim Kunden einen guten Eindruck.

4. Sichtkontrolle bei VDE-Werkzeug

Als Elektriker arbeitet Tobias mit VDE-Werkzeug. Nimmt man es in die Hand, sollte man auch eine Sichtkontrolle machen, ob alle Kunststoffteile noch richtig und unbeschädigt sind. Nicht, dass irgendwo eine blanke Stelle ist und man beim Schrauben vielleicht einen Stromschlag bekommt. Außerdem sollte man VDE-Werkzeug nicht einfach in der Sonne liegen lassen. Wer beim Reinigen jeden Schraubendreher einzeln in die Hand nimmt, macht die Sichtkontrolle automatisch mit.

5. Pflege nach der Reinigung

Holzgriffe hat Tobias selbst nicht, darum gibt er den Tipp nur mündlich: Man kann sie zum Beispiel mit speziellem Holzpflegemittel pflegen und unschöne Oberflächen mit Poliermittel aufpolieren. Seine VDE-Schraubendreher aus Kunststoff sind relativ pflegeleicht, da reichen Wasser und Spülmittel.

Bei verchromten Oberflächen braucht man nicht unbedingt einen Korrosions- oder Rostschutz. Bei schwarzem Stahl sollte man vielleicht doch ein bisschen Rostschutzmittel auftragen. Ganz wichtig bei Zangen und beweglichen Teilen: ein bisschen ölen.

Im Video zeigt Tobias das mit einem Multiöl. Allgemein nimmt man ein geeignetes Werkzeugöl. Damit das Öl nicht auf andere Flächen in der Werkstatt kommt, arbeitet er in einem kleinen Karton. Er prüft erst, wie gängig das Werkzeug gerade ist. Sein großer Seitenschneider geht von Grund auf etwas schwerer, weil man ihn entriegeln und mit mehr Power betreiben kann. Dann gibt er auf beiden Seiten etwas Öl in die beweglichen Teile und verteilt es.

Worauf es laut Tobias ankommt: schauen, wo das Öl Sinn macht, und nur den Metallteil einölen, nicht den Kunststoff. Hat man ihn doch getroffen, kann man es abwischen. Danach nicht direkt in die Werkzeugkiste, weil es ölig ist und tropft. Den Überschuss mit dem trockenen Tuch wegmachen und sicherstellen, dass nichts auf den Griffen ist.

6. Einräumen: immer am gleichen Platz

Nach Reinigung, Sichtprüfung und Öl räumt Tobias alles wieder an seinen Platz. Ihm ist wichtig, dass es immer am gleichen Platz ist. „Da kommt bei mir ein bisschen der innere Monk raus“, sagt er. So weiß er immer gleich, wo er hingreifen muss.

7. Lagerung und Transport

Ganz wichtig ist laut Tobias, das Werkzeug vor Feuchtigkeit geschützt zu lagern. Das stellt man zum Beispiel mit einer Werkzeugkiste sicher. In der Werkzeugkiste im Video ist eine Dichtung, der Rucksack ist gut verschlossen und dicht. Arbeitet man draußen und es regnet, sollte man den Koffer gleich nach dem Einsatz austrocknen, mit einem Tuch abreiben und trocken lagern.

Was er gern macht: kleine Säckchen mit Silikagel in den Rucksack oder die Werkzeugkiste legen. Im Video waren sie schon im Auslieferungszustand dabei, man kann sie aber auch einzeln kaufen. Sie ziehen die Feuchtigkeit an und halten sie von den Werkzeugen fern, ein zusätzlicher Schutz. Und wer mit so einem tollen Werkzeugkoffer zum Kunden kommt, überzeugt laut Tobias schon, bevor er überhaupt etwas gearbeitet hat.

Zum Schluss fragt er die Zuschauer, wie oft sie ihr Werkzeug reinigen: jeden Tag, einmal in der Woche oder gar nicht. Das Video soll ein Anstoß sein, die Werkzeugkiste mal aufzuräumen und sauber zu machen.

Häufige Fragen

Wann sollte man Werkzeug reinigen?

Empfohlen ist laut Tobias, das Werkzeug direkt nach der Baustelle zu reinigen. Je länger der Schmutz dran ist, vor allem an Zangen und beweglichen Teilen, desto tiefer setzt er sich fest und desto schwieriger wird es später. Die Realität sei eine andere: Nach Feierabend landet der Koffer im Auto. Er selbst macht es gleich abends, wenn es ganz wild aussieht. Als Arbeitgeber sollte man vielleicht die Möglichkeit schaffen, das Werkzeug in der Arbeitszeit sauber zu machen, zum Beispiel an einem Wochentag. Die meisten machen das laut Tobias „freitags, mittags zum Feierabend, zum Wochenende“. Da macht man das Fahrzeug sauber und kann sich dann auch ums Werkzeug kümmern.

Darf Werkzeug in die Spülmaschine?

Das würde Tobias vielleicht nicht empfehlen. In der Spülmaschine können aggressivere Reiniger sein oder die Wassertemperatur zu hoch, und dann beschädigt man vielleicht den Kunststoff. Oft reicht laut Tobias ein trockenes Tuch, bei stärkerem Schmutz warmes Wasser mit etwas Spülmittel und ein Lappen. Danach muss das Werkzeug wieder getrocknet werden.

Worauf muss man bei VDE-Werkzeug achten?

Bei VDE-Werkzeug sollte man laut Tobias einfach mal eine Sichtkontrolle machen, ob alle Kunststoffteile noch richtig und unbeschädigt sind. Nicht, dass irgendwo eine blanke Stelle ist und man beim Schrauben vielleicht einen Stromschlag bekommt. Außerdem sollte man dieses Werkzeug nicht einfach in der Sonne liegen lassen.

Welche Pflege brauchen Zangen und bewegliche Teile?

Bei Zangen und beweglichen Teilen ist es laut Tobias ganz wichtig, sie ein bisschen zu ölen, mit einem geeigneten Werkzeugöl. Man sollte darauf achten, nur den Metallteil einzuölen und nichts auf den Kunststoff zu bringen. Den Überschuss wischt man mit einem trockenen Tuch ab, bevor das Werkzeug zurück in die Kiste kommt. Bei verchromten Oberflächen braucht man nicht unbedingt zusätzlich einen Rostschutz, bei schwarzem Stahl sollte man vielleicht doch ein bisschen Rostschutz auftragen.

Wie schützt man Werkzeug vor Feuchtigkeit?

Laut Tobias lagert man das Werkzeug geschützt vor Feuchtigkeit, etwa in einer Werkzeugkiste mit Dichtung oder einem gut verschlossenen Rucksack. Wird es doch mal nass, zum Beispiel bei Regen draußen, sollte man den Koffer gleich nach dem Einsatz austrocknen, abreiben und trocken lagern. Zusätzlich legt er gern kleine Säckchen mit Silikagel in den Rucksack oder die Werkzeugkiste. Sie ziehen die Feuchtigkeit an und halten sie von den Werkzeugen fern.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik.

Hinweis: Das Video ist vom Mai 2025. Einen Teil des Werkzeugs im Video hat Tobias laut eigener Aussage von der Firma Wiha zur Verfügung gestellt bekommen. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

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