Anzahlung beim Handwerker und Vorkasse. Die Sicht eines Elektromeisters im Video
Gut 5 Minuten Meinung: Elektromeister Tobias Haack erzählt, warum er Anzahlungen nicht pauschal ablehnt, wann er selbst 50 Prozent verlangt und welche Wege es dazwischen gibt. Seine Kernbotschaft: miteinander reden.
Ohne Ihre Einwilligung wird keine Verbindung zu YouTube aufgebaut. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ
Kapitel im Video
Das Wichtigste aus dem Video
1. Negative Beispiele aus dem Fernsehen
Tobias ärgert sich über Beiträge, zum Beispiel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. In einer Sendung wurde davon abgeraten, Handwerkern eine Vorauszahlung zu leisten. Das Beispiel dort: Jemand hat eine Anlage bestellt und 50 Prozent angezahlt. Geliefert wurde nie, die Firma ging insolvent, und der Kunde bleibt auf dem Geld sitzen. „Schlechtes Beispiel, passiert leider viel zu oft“, sagt Tobias. Das findet er auch nicht gut. Aber es sei eins von ganz vielen Beispielen, und negative Geschichten verkaufen sich eben gut.
2. Die andere Seite: Leistung erbracht, kein Geld gesehen
Umgekehrt kann es auch so laufen, dass ein Handwerker 50 Prozent Leistung bringt und dann kein Geld sieht. Laut Tobias passiert das „tatsächlich auch ganz oft“, wird aber nicht erzählt. Für ihn ist beides nicht richtig: Einfach zu behaupten, eine Anzahlung macht man nicht oder nur ganz gering, ist nicht richtig. Andersherum aber auch nicht, wenn der Handwerker einfach vorgibt, wie es sein muss. Man muss gemeinsam eine Lösung finden.
3. Wie Tobias es selbst macht
Bei Tobias läuft es seit einer Weile so: Überschreitet ein Auftrag eine bestimmte Höhe und ist teures Material im Spiel, verlangt er grundsätzlich 50 Prozent Anzahlung. Bei einem Herdanschluss dagegen will er „nicht die 50 Euro vorher“. Er möchte so wenig wie möglich im Risiko sein, das Geld nachher vielleicht nicht zu bekommen. Mittlerweile lässt er sich seine Arbeit vorher bezahlen, auch um Diskussionen danach ein bisschen anders begegnen zu können. Seine Devise: saubere Arbeit abliefern und eine Sache fertig machen. Mehr dazu im Video ab Minute 02:02.
4. Vertrauen und Bauchgefühl
Das Thema hat für Tobias viel mit Vertrauen zu tun. Über ihn selbst kann man sich vorher im Internet ein Bild machen. Kommt dagegen irgendein Handwerker daher, will bei einem Auftrag von 30.000 Euro 15.000 Euro Vorkasse und haut ab, dann ist das Pech. Sein Rat: auch ein bisschen auf das Bauchgefühl hören. Ist der Handwerker im Ort bekannt und macht einen guten Job, kann man laut Tobias schon darauf vertrauen und auch 50 Prozent Anzahlung leisten.
5. Wege dazwischen: Material bei Lieferung, Zahlungsplan
| Möglichkeit | So beschreibt es Tobias |
|---|---|
| Materialkosten anzahlen | Die Materialkosten abschätzen und anzahlen, sobald die Lieferung da ist. Sein Beispiel: Bei einem Auftragswert von 10.000 Euro sind es vielleicht 2.000 oder 3.000 Euro Material. |
| Rechnung bei Lieferung | Handwerker haben bei Lieferanten normalerweise Zahlungsziele, zum Beispiel 30 Tage. Dann kann bei Lieferung eine Rechnung für das Material gestellt werden, das schon beim Kunden vor Ort ist. So hat der Kunde etwas in der Hand. |
| Zahlungsplan | Einen Zahlungsplan vereinbaren, auch mit Vorkasse. Normalerweise wird laut Video nach Baufortschritt bezahlt. |
Was eine Elektroinstallation überhaupt kostet, steht im Ratgeber Elektroinstallation: Kosten. Wie Handwerker abrechnen, erklärt Handwerker: pauschal oder Stundenlohn?
6. Druckmittel? Lieber miteinander reden
Es werde auch immer suggeriert, über die Zahlung habe man ein Druckmittel. Tobias fragt: Warum sollte man immer den Handwerker unter Druck setzen? Es kann auch andersherum sein, dass ein Kunde vielleicht Fehler sucht, um Geld einzubehalten. Er sagt offen, dass er aus der Sicht der Handwerker spricht und der Kunde es meistens anders sieht. Sein Fazit: „Redet miteinander und dann findet man eine Lösung.“
Redaktioneller Hinweis: Diese Seite gibt die persönliche Meinung von Tobias Haack aus dem Video wieder. Sie ist keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Wie viel Anzahlung verlangt Tobias Haack?
Wenn ein Auftrag eine bestimmte Höhe überschreitet und teures Material im Spiel ist, verlangt Tobias laut Video grundsätzlich 50 Prozent Anzahlung. Anders bei einem Herdanschluss: Da will er „nicht die 50 Euro vorher“. Er möchte so wenig wie möglich im Risiko sein, das Geld nachher vielleicht nicht zu bekommen.
Der Handwerker will Geld im Voraus: Kann man ihm vertrauen?
Für Tobias hat das Thema viel mit Vertrauen zu tun. Über ihn selbst kann man sich vorher im Internet ein Bild machen. Kommt irgendein Handwerker daher, will bei einem Auftrag von 30.000 Euro 15.000 Euro Vorkasse und haut ab, dann ist das Pech. Sein Rat: auch ein bisschen auf das Bauchgefühl hören. Ist der Handwerker im Ort bekannt und macht einen guten Job, kann man laut Tobias schon darauf vertrauen und auch 50 Prozent Anzahlung leisten.
Welche Alternativen zu einer hohen Vorkasse nennt das Video?
Man kann die Materialkosten abschätzen und diesen Betrag anzahlen, sobald die Lieferung da ist. Tobias’ Beispiel: Bei einem Auftragswert von 10.000 Euro sind es vielleicht 2.000 oder 3.000 Euro Material. Weil Handwerker bei Lieferanten normalerweise Zahlungsziele haben, zum Beispiel 30 Tage, kann bei Lieferung eine Rechnung für das Material gestellt werden, das dann schon beim Kunden vor Ort ist. Oder man vereinbart einen Zahlungsplan, auch mit Vorkasse. Normalerweise wird laut Video nach Baufortschritt bezahlt.
Warum hält Tobias nichts davon, Anzahlungen pauschal abzulehnen?
In der Öffentlichkeit werden laut Tobias immer so negative Geschichten erzählt, etwa von einem Kunden, der 50 Prozent angezahlt hat und dessen Anlage nie geliefert wurde, weil die Firma insolvent ging. Das passiert leider viel zu oft, sagt er. Umgekehrt passiert es aber auch ganz oft, dass ein Handwerker 50 Prozent Leistung bringt und kein Geld sieht. Einfach zu behaupten, eine Anzahlung macht man nicht oder nur ganz gering, ist für ihn nicht richtig. Andersherum aber auch nicht, wenn der Handwerker einfach vorgibt, wie es sein muss. Seine Lösung: miteinander reden.
Elektroarbeiten geplant? Elektriker in Heilbronn und Umgebung
Sprechen Sie vorher mit Tobias Haack über Ihr Projekt. In Heilbronn und Umgebung vor Ort, sonst per Video-Beratung.
Passend dazu
Über Tobias Haack
Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.
Hinweis: Das Video stammt von April 2023 und gibt Tobias’ Meinung wieder, keine Rechtsberatung. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks (Werkzeug-Empfehlungen). Eine Zusammenarbeit wird im Video nicht genannt. Stand der Seite: Oktober 2026.