E-Auto kaufen? Erst die Elektroinstallation prüfen Das Video mit Tipps vom Elektromeister

5 Minuten Video: Elektromeister Tobias Haack erklärt, warum man vor dem Kauf eines Elektroautos die Elektroinstallation prüfen lassen sollte. Vor allem die Zähleranlage.

Tobias HaackElektromeister · Autor
3. November 2024Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Tobias Haack neben einem Elektroauto an einer Ladesäule: Tipps vor dem Kauf eines E-Autos

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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Oft wird das E-Auto gekauft und erst danach über die Ladestation zu Hause nachgedacht. Der Kunde geht verständlicherweise davon aus, dass die Wallbox an die Wand kommt, ein Kabel dazu, fertig. Findet der Elektriker vor Ort eine alte Zähleranlage vor, wird es komplexer: Nach §14a EnWG müssen seit 2024 Verbrauchseinrichtungen und Erzeugungsanlagen ab 4,2 kW steuerbar ausgeführt werden, und dafür muss die Zähleranlage gewisse Voraussetzungen erfüllen. Tobias Haacks Rat: vor dem Kauf die Elektroinstallation checken lassen, vor Ort oder per Video-Beratung.

Kapitel im Video

  1. Intro
  2. Anfragen Wallbox
  3. Negativbeispiel
  4. Fazit

Das Wichtigste aus dem Video

1. Erst das Auto, dann die Frage nach der Ladestation

Tobias ist nach eigenen Worten seit 20 Jahren Elektriker und erlebt immer wieder Themen, die einem einen Strich durch die Rechnung machen oder unnötig hohe Kosten verursachen. Regelmäßig bekommt er die Anfrage: Ich habe mir ein Auto gekauft, jetzt brauche ich eine Lademöglichkeit zu Hause. Das Auto ist also schon gekauft, bevor sich jemand Gedanken über die Ladestation macht.

Verständlicherweise geht der Kunde davon aus, dass die Ladestation an eine Wand montiert wird, ein Kabel kommt hin und dann funktioniert das. Dass es komplexer ist, zeigt sich, wenn der Elektriker vor Ort vielleicht eine alte Zählerplatzanlage vorfindet. Deshalb sein Stichwort: Zählerplatzanlage und Elektroinstallation „unbedingt vorher prüfen lassen“.

2. Das Negativbeispiel: alte Zähleranlage im Mehrfamilienhaus

Anlass für das Video ist eine aktuelle Anfrage. Eine Kundin hat sich ein Elektrofahrzeug gekauft und möchte eine Ladestation. Am Telefon erzählt sie: Das Haus ist ein Mehrfamilienhaus, und dort gibt es schon eine Ladestation. Ihr Gedanke: Dann kann ich meine auch montieren lassen.

Im Video blendet Tobias ein Bild der Zähleranlage ein. Es ist eine alte Zähleranlage. Das Problem: Nach §14a Energiewirtschaftsgesetz müssen seit 2024, dem Jahr, in dem das Video entstanden ist, Verbrauchseinrichtungen und Erzeugungsanlagen ab 4,2 kW steuerbar ausgeführt werden. Dafür muss die Zähleranlage gewisse Voraussetzungen erfüllen, und diese hier tut das nicht mehr. Mehr zu §14a im Video §14a EnWG einfach erklärt.

3. Woran es an dieser Zähleranlage hapert

  • Im unteren Bereich, dem netzseitigen Anschlussraum, braucht man einen bestimmten Schalter und einen Überspannungsschutz. Das Gehäuse unten ist aus Metall und nicht aus Plastik. Plastik könnte man noch anderweitig ausbrechen, so gibt es schon mal nicht die Möglichkeit, diese Teile zu montieren.
  • Zusätzliche Geräte vom Energieversorger müssen untergebracht werden. Viel Platz gibt es dafür nicht.
  • Im mittleren der Felder hat laut Tobias schon einmal ein Elektriker oder eine Elektrikerin „was reingepfuscht“.
  • Für den oberen Anschlussraum ist klar definiert, was hinein darf. So, wie es dort jetzt ist, ist es nicht richtig. Wenn man „zehn Augen zudrückt“, könne man vielleicht noch darüber hinwegsehen, richtig ausgeführt ist es trotzdem nicht.

Mehr dazu im Video ab Minute 01:18. Für Tobias ist das ein echtes Beispiel und „eins von vielen“.

4. Was erwartet wird und was dann kommt

Man geht laut Tobias davon aus: Eine Wallbox kostet im Internet, „keine Ahnung“, 600 Euro, dazu kommen Pi mal Daumen vielleicht 1000 Euro für den Elektriker. Mit imaginär kalkulierten 2000 Euro hätte man dann schon eine Ladestation, so die Rechnung. In diesem Fall müsste man aber eine neue Zähleranlage aufbauen. Selbst wenn man parallel am Hausanschluss, was auch möglich ist, noch eine neue Zähleranlage aufbaut, nur um von dort die Wallbox zu installieren: Diese Kosten sind nicht einkalkuliert, und nach dem teuren Fahrzeug ist dafür kein Budget mehr frei.

Die Kundin hat ihm klar gesagt, dass sie das nicht umsetzen. Was jetzt die Lösung ist, muss noch besprochen werden. Das Problem: Das Auto ist schon gekauft.

5. Vor dem Kauf prüfen: vor Ort oder per Video

Tobias sieht das auch als Problem der Händler. Sie sollten, wie es auch Küchenanbieter tun, vorher darauf hinweisen: „Leute, lasst eure Elektroinstallation prüfen.“ Dafür muss man sich vielleicht nicht einmal vor Ort treffen. Tobias bietet eine Video-Beratung an. Man kann ihn eine halbe Stunde buchen. Dabei könnte man zum Beispiel virtuell durchs Haus gehen und die Zähleranlage begutachten lassen, ob man dort überhaupt etwas installieren kann. Oder man ruft einen Elektriker oder eine Elektrikerin aus der Gegend dazu, der oder die sich das anschaut. Erst dann das Fahrzeug anschaffen.

6. Fazit: erst checken, dann kaufen

„Lange Rede, kurzer Sinn: vor dem Kauf des E-Fahrzeugs die Elektroanlage checken.“ Das vermeidet laut Tobias viel Stress, Ärger, Zeit, Nerven und vor allem Geld, weil man vielleicht sanieren muss und das nicht auf dem Schirm hat. Sein Appell an alle Autoverkäufer: die Kunden bei der Beratung darauf hinweisen, die Elektroinstallation anzuschauen, bevor sie den Vertrag unterschreiben. Auch die Kundschaft hat ihn jetzt gefragt, ob der Autoverkäufer sie nicht darauf hätte aufmerksam machen können.

Häufige Fragen

Was sollte man vor dem Kauf eines E-Autos prüfen lassen?

Die Elektroinstallation, vor allem die Zähleranlage. Tobias Haack rät, vor dem Kauf checken zu lassen, ob sich zu Hause überhaupt eine Ladestation installieren lässt. Das vermeidet laut ihm viel Stress, Ärger, Zeit, Nerven und vor allem Geld, weil man vielleicht sanieren muss.

Reicht es, eine Wallbox an die Wand zu hängen und ein Kabel zu legen?

Davon geht der Endkunde laut Tobias verständlicherweise aus. Komplexer wird es, wenn der Elektriker vor Ort eine alte Zähleranlage vorfindet. Nach §14a EnWG müssen seit 2024 Verbrauchseinrichtungen und Erzeugungsanlagen ab 4,2 kW steuerbar ausgeführt werden, und dafür muss die Zähleranlage gewisse Voraussetzungen erfüllen.

Reicht es, wenn im Mehrfamilienhaus schon eine Ladestation hängt?

In Tobias’ Beispiel nicht. Die Kundin ging davon aus, dass sie ihre Ladestation auch montieren lassen kann, weil es im Haus schon eine gibt. Die alte Zähleranlage erfüllte die Voraussetzungen aber nicht mehr. Man hätte eine neue Zähleranlage aufbauen müssen, und diese Kosten waren nicht einkalkuliert.

Muss der Elektriker zum Prüfen vor Ort kommen?

Nicht unbedingt. Tobias Haack bietet eine Video-Beratung an: man kann ihn eine halbe Stunde buchen und dabei zum Beispiel virtuell durchs Haus gehen und die Zähleranlage begutachten lassen, ob man überhaupt etwas installieren kann. Oder man ruft einen Elektriker aus der Gegend dazu, der sich das anschaut.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.

Hinweis: Im Video spricht Tobias Haack allein. Das Beispiel ist eine Kundenanfrage, die er im Video schildert; Angaben zu §14a geben den Stand des Videos von November 2024 wieder. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

Nicht alles, was technisch möglich ist,
ist auch sinnvoll.

Ob neue Elektroinstallation, Modernisierung oder ein konkretes Problem: Wir empfehlen Ihnen nicht einfach, was möglich ist, sondern was für Sie wirklich Sinn ergibt. Mit über 20 Jahren Praxiserfahrung weiß Elektromeister Tobias Haack, worauf es ankommt – und wo Sie sich unnötige Kosten sparen können.

Unser Grundsatz: Wir empfehlen nur, was wir auch bei uns zu Hause einbauen würden. Und wenn wir von einer Lösung nicht überzeugt sind, sagen wir das offen – auch wenn uns das einen Auftrag kostet. Denn gutes Handwerk beginnt mit einer Empfehlung, hinter der man steht.

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