§14a EnWG: die häufigsten Fragen Das Video zu Steuerbarkeit, Mobilfunk, CEE-Steckdose und WEG

26 Minuten, Teil 2 zum §14a-Video: Elektromeister Tobias Haack und Thomas von der Energiegemeinschaft Baden-Württemberg greifen die Fragen aus den Kommentaren auf. Warum steuerbar, wie gesteuert wird und wie es in Mehrfamilienhäusern gehen kann.

Tobias Haackmit Thomas, Energiegemeinschaft BW
8. September 2026Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Zwei Männer in einer Werkstatt, daneben gelbe Fragezeichen und die Aufschrift §14a EnWG – Alle Antworten!

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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Nach dem ersten Video zu §14a EnWG sind die Kommentare laut Tobias explodiert. Im zweiten Teil geht es um die häufigsten Fragen: Warum Wallbox und Wärmepumpe steuerbar sein müssen, warum das Steuersignal über Mobilfunk kommt, wie gesteuert wird und warum ein mobiler Charger an der CEE-Steckdose für den Dauerbetrieb kein Ausweg ist. Zum Schluss: Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern und WEGs.

Kapitel im Video

  1. Intro
  2. Warum brauchen wir das?
  3. Steuerbarkeit über Mobilfunk
  4. Wie wird die Steuerbarkeit realisiert?
  5. CEE & mobile Charger
  6. Ladeinfrastruktur bei WEG
  7. Noch Fragen?

Das Wichtigste aus dem Video

Welche Geräte unter §14a fallen, wie der Zählerschrank aussieht und was die Module beim Netzentgelt bedeuten, erklärt Teil 1: §14a EnWG einfach erklärt. Hier steht nur, was in diesem zweiten Video dazukommt.

1. Warum brauchen wir das überhaupt?

In den Kommentaren las Tobias oft, das sei alles nur von Lobbyisten ausgedacht, damit man Geld ausgibt und Zählerplätze ertüchtigen oder erneuern muss. Er stellt klar: Natürlich freue er sich über Mehrgeschäft, aber es müsse nicht unnötig verkompliziert werden, und die Regelung habe einen Grund.

Im Gespräch wird der Grund so beschrieben: Es kommen immer mehr Wallboxen und Wärmepumpen dazu. Eine Wallbox läuft ein paar Stunden mit 11 oder 22 kW, bei der Wärmepumpe ist es ähnlich. Das sind Dauerlasten, anders als bei einem Durchlauferhitzer, der mal kurz läuft. Der Netzausbau ist wichtig, geht aber nicht von heute auf morgen. Für eine neue Trafostation wird mit einer Vorlaufzeit von wahrscheinlich ein, zwei Jahren gerechnet.

Auch im Zählerschrank entsteht Wärme, wenn eine 11-kW-Wallbox durchgehend lädt. Ein Zählerschrank, sagen wir aus den 80ern, war für solche Belastungen nicht ausgelegt. Das Bild dazu im Video: Mit demselben Gartenschlauch, mit dem man den Rasen wässert, soll man auf einmal ein Fußballstadion bewässern. Über die Anwendungshilfe für Zählerplätze in Bestandsanlagen lassen sich gewisse Teile ertüchtigen, aber irgendwann muss man einmal ertüchtigen. Das Bad werde ja auch nach vielleicht 20 Jahren renoviert, heißt es im Gespräch.

Und warum muss eine 11-kW-Wallbox nur noch angemeldet und nicht mehr genehmigt werden, wenn dann alle eine montieren? Genau dafür gibt es die Steuerbarkeit. Im Gespräch wird sie als Netzschutz bezeichnet, der parallel zum Netzausbau läuft: Man hat einen Puffer eingerechnet, aber wenn man an dessen Limit kommt und der Netzausbau nicht hinterherkommt, muss man steuern. Die Anlage soll so vorbereitet sein, dass es am Schluss funktioniert, wenn der Zählermonteur die Steuerbox setzt. Wie der Ablauf dann aussieht, etwa ob der Elektriker zum gemeinsamen Test noch einmal kommen muss, ist nach Einschätzung im Gespräch gerade noch in der Diskussion.

2. Warum Mobilfunk und nicht das WLAN?

Smart-Meter-Gateway und Steuerbox kommunizieren über Mobilfunk nach außen. Oft kam die Frage, warum das nicht einfach über WLAN oder LAN im Heimnetz läuft. Die Antwort im Gespräch: Es geht um die Kommunikationssicherheit nach Vorgaben des BSI und die Zertifizierung. Im Endeffekt sei Mobilfunk wohl auch einfach günstig, ein DSL-Anschluss nur für die Kommunikation des Zählers wäre deutlich teurer.

Beim Heimnetz müsste man sich darauf verlassen, dass der Kunde kein Netzwerkkabel zieht und der Router nicht ausfällt, und die Daten sollen vor Fremdeinwirkung geschützt sein. Nach Kenntnis im Gespräch denkt ein erster Gateway-Anbieter darüber nach, auch das Kundennetzwerk zu nutzen. Vermutet wird im Gespräch, dass es auf Zwischenlösungen hinausläuft, vielleicht mit einem Fallback.

Wichtig ist, das Signal aus dem Metallschrank herauszubekommen. Laut Gespräch soll es Anpassungen geben, wie die Antennenleitung aus dem Zählerschrank nach draußen geführt wird, gerade bei Neuanlagen. Einige Hersteller haben dafür schon Ausführungen. Wer das später bezahlt, ist noch in der Diskussion. Vermutet wird eher die Verantwortung des Anlagenbetreibers.

Wie es nicht laufen sollte, zeigt ein Fall aus dem Video: Bei einem Folgebesuch, Monate nach der Errichtung, war in einem Zählerschrank ein Loch mit Bauschaum und ein Leerrohr, das durch die Außenwand direkt in den Zählerschrank gebohrt worden war. Das hatte der Kunde selbst gemacht, ohne Ahnung von Normen.

Zur Kommunikation von Wallbox und Wärmepumpe mit einem Energiemanagementsystem heißt es im Gespräch: Die Wärmepumpe steht im Keller, die Wallbox an der Garage, also muss man ohnehin eine Leitung von A nach B bringen. „Netzwerkleitung ist immer am besten.“ Dass vorgegeben wird, dass Wärmepumpenhersteller eine Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung stellen, wird im Video gut gefunden.

3. Wie wird gesteuert?

Im Gespräch heißt es, viele hätten vielleicht Angst, dass dann einfach alles abgeschaltet wird. Laut Gespräch kann das passieren, etwa wenn man im Bestand nachrüstet und Wallbox oder Wärmepumpe nur hart ein- und ausgeschaltet werden können. Es gibt aber auch Wallboxen, bei denen der Hersteller softwareseitig bereitstellt, dass auf ein Signal hin auf 4,2 kW heruntergeregelt wird. Von 4,2 kW geht man laut Gespräch aus, weil man sagt, diese Mindestladeleistung kann jedes Auto, es lädt also weiter. Bei einer ganz alten Wallbox wird dagegen komplett ab- und wieder eingeschaltet, dann wird der Ladevorgang wahrscheinlich unterbrochen.

Unterschieden werden zwei Phasen: Aktuell ist die präventive Steuerung mit Reduzierung auf 4,2 kW. Später folgt die netzorientierte Steuerung, bei der der Netzbetreiber vorgibt, wie viel in einer Region reduziert werden muss. Ob es dann bei 4,2 kW bleibt, ist im Gespräch offen. Das Signal kommt analog über Relais oder digital über das Netzwerk. Wer PV und ein Energiemanagement hat, muss vielleicht gar nichts reduzieren, weil alles aus der Sonne kommt.

Im Gespräch wird es bildlich erklärt: Eine Trafostation versorgt ein Gebiet, ein Smart Meter misst, was dort passiert, und wenn das Limit erreicht ist, sagt die Station den Häusern drumherum, dass sie herunterregeln sollen. Ergänzt wird im Gespräch: Viele Trafostationen haben gar keine Messung, manche werden über Prognosen gesteuert. Aktuell werde oft vermieden zu steuern, weil man nach einem Steuereingriff zwei Jahre Zeit für den Netzausbau hat.

EEBus ist ein Standard, auf den sich viele geeinigt haben, im Gespräch vereinfacht als IP-Standard beschrieben. Damit ist die „Sprache“ klar, also was Wallbox oder Wärmepumpe können. Die Steuerbox kann direkt per EEBus mit den Geräten sprechen, oder man geht an ein Energiemanagementsystem. Hat man im Bestand zum Beispiel eine alte Wärmepumpe und will alles abbilden, würde man laut Gespräch eher ein Energiemanagementsystem nehmen, statt hart abzuschalten. Ob später weitere Standards wie KNX dazukommen, wird sich nach Einschätzung im Video über die nächsten Jahre entwickeln.

Die kurze Antwort lautet im Video: Es kommt drauf an. Es heißt weder, dass einem der Saft komplett abgedreht wird, noch, dass ständig hoch- und runtergeregelt wird. Es gibt eine maximale Zeit. Im Gespräch heißt es: „Ich glaube, es sind zwei Stunden“, die an einem Tag reduziert werden können, nicht unbedingt am Stück. Im Gespräch heißt es, man lese immer wieder heraus, dass sich manche in ihren Rechten angegriffen fühlen. Übersetzt wird es so: Wenn wir das nicht in gewisser Weise tun, hat man halt auch mal gar keinen Strom.

4. CEE-Steckdose und mobiler Charger

Ein häufiger Kommentar: Rote CEE-Steckdose an der Wand, mobiler Charger dran, und §14a ist umgangen. Die Antwort im Gespräch: Wer den mobilen Charger zu Hause dauerhaft als Wallbox betreibt, muss ihn genauso steuerbar ausführen. Mobile Charger sind laut Gespräch für den Notfall gedacht, etwa wenn man bei den Eltern ohne Wallbox laden muss. §14a bedeutet Pflichten auch für den, der die Anlage betreibt, nicht nur für Netzbetreiber und Elektriker.

Dazu kommt die Belastung: Früher hing an der CEE-Steckdose mal kurz eine Kreissäge, jetzt würde man vielleicht sechs oder sieben Stunden mit 11 kW laden. Einer CEE-Steckdose, die vielleicht schon lange an der Wand hängt und eine lange Leitung bis zum Sicherungskasten hat, würde man das laut Gespräch nicht antun. Im Detail könne man es nicht beantworten, da müsse man die Hersteller fragen, aber diese Steckdosen seien nicht dafür ausgelegt, sechs, sieben, acht Stunden voll belastet zu werden. Wie es normalen Steckdosen unter Dauerlast geht, kann laut Video jeder selbst sehen: im Keller kurz den Stecker von Waschmaschine oder Trockner ziehen und auf die Farbe schauen. In der Regel ist er nicht mehr so schön weiß, wie er mal war. Im Einzelfall könne so etwas funktionieren, aber wenn eine ganze Straße es so macht, hätte man ein Problem. Für den Dauerbetrieb wird im Gespräch eher eine vernünftige, fest installierte Lösung empfohlen.

5. Ladeinfrastruktur in der WEG

In Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern wollen viele vorausschauend Lademöglichkeiten schaffen, auch wenn sie noch kein E-Auto haben. Die Herausforderung ist, §14a für jede einzelne Partei umzusetzen. Im Video wird von einer Besichtigung erzählt: ein Zählerplatz mit 20 schwarzen Zählern und die Frage, ob man von jedem Zähler eine eigene Leitung zu jedem Stellplatz ziehen soll.

Die Antwort im Gespräch: Das hängt davon ab, was vor Ort möglich ist, also wie viel Leistung am Hausanschluss noch verfügbar ist oder ob man mehr beantragen kann. Bei mehreren Wallboxen kommt ein Lastmanagement dazu. Entweder läuft alles über einen eigenen Zähler und das Lastmanagement übernimmt auch die Abrechnung je Partei, oder die Wallboxen hängen direkt an den einzelnen Zählern und das Lastmanagement steuert nur die Leistung. Bei einer zentralen Lösung ist nur der eine Zähler steuerbar, und für mehrere Wallboxen gilt dann mehr Leistung als 4,2 kW. Dafür gibt es eine Excel-Tabelle zum Herunterladen, mit einem Faktor je nach Anzahl der Wallboxen.

Aus der Praxis wird im Gespräch von fünf Objekten berichtet, deren Planung mit der jeweiligen Hausverwaltung abgestimmt wurde. Die beschriebene Herangehensweise: ein eigener Schrank für die Ladeinfrastruktur, Lastmanagement und abrechenbare Wallboxen, die Abrechnung über die Hausverwaltung. Technisch sei das nach dieser Meinung einfacher, weil nur eine Leitung vom Hausanschlusskasten kommt, statt bei 20 Parteien 20 neue Leitungen unterzubringen. Mit Blick nach vorn spricht laut Video noch etwas dafür: Viele Mehrfamilienhäuser heizen noch mit Gas, das wird vielleicht irgendwann eine Wärmepumpe, deren Strom über den Allgemeinstrom laufen sollte.

6. Links aus der Videobeschreibung

Hinweis: Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks. Eine Zusammenarbeit wird im Video nicht genannt. Am Ende wird auf die Energiegemeinschaft Baden-Württemberg hingewiesen, einen Verein mit Veranstaltungen, Webinaren und eigenem YouTube-Kanal.

Häufige Fragen

Warum müssen Wallbox und Wärmepumpe nach §14a steuerbar sein?

Im Gespräch geht es um die Dauerlast: Eine Wallbox läuft ein paar Stunden mit 11 oder 22 kW, bei der Wärmepumpe ist es ähnlich. Das ist etwas anderes als ein Durchlauferhitzer, der mal kurz läuft. Der Netzausbau geht nicht von heute auf morgen, für eine Trafostation wird mit wahrscheinlich ein, zwei Jahren Vorlaufzeit gerechnet. Die Steuerbarkeit wird im Video als Netzschutz beschrieben, der parallel zum Netzausbau läuft.

Warum kommunizieren Smart-Meter-Gateway und Steuerbox über Mobilfunk und nicht über das WLAN?

Laut Gespräch geht es um die Kommunikationssicherheit nach Vorgaben des BSI und die Zertifizierung. Mobilfunk ist laut Gespräch wohl auch einfach günstig, ein eigener DSL-Anschluss nur für den Zähler wäre deutlich teurer. Über das Heimnetz müsste man sich darauf verlassen, dass niemand das Netzwerkkabel zieht oder der Router nicht ausfällt. Laut Gespräch denkt ein erster Anbieter darüber nach, auch das Kundennetzwerk zu nutzen. Vermutet werden Zwischenlösungen, vielleicht mit einem Fallback.

Wird meine Wallbox bei §14a komplett abgeschaltet?

Im Gespräch heißt es: Das kommt drauf an. In der aktuellen, präventiven Phase wird auf 4,2 kW reduziert, eine Leistung, bei der laut Video jedes Auto weiterlädt. Eine ganz alte Wallbox, die gar nichts kann, wird komplett ab- und wieder eingeschaltet. Gesteuert werden darf nur begrenzt. Im Video heißt es: „Ich glaube, es sind zwei Stunden“ am Tag, nicht unbedingt am Stück.

Kann man §14a mit einem mobilen Charger an der CEE-Steckdose umgehen?

Laut Gespräch nicht: Wer einen mobilen Charger zu Hause dauerhaft als Wallbox betreibt, muss ihn genauso steuerbar ausführen. Mobile Charger sind für den Notfall gedacht, etwa beim Besuch bei den Eltern. Dazu kommt, dass eine CEE-Steckdose laut Video nicht dafür ausgelegt ist, sechs, sieben, acht Stunden voll belastet zu werden.

Wie setzt man §14a in der Tiefgarage einer WEG um?

Das hängt laut Gespräch davon ab, was am Hausanschluss an Leistung noch verfügbar ist und ob man mehr beantragen kann. Bei mehreren Wallboxen kommt ein Lastmanagement dazu, und bei einer zentralen Lösung gilt für mehrere Wallboxen mehr Leistung als 4,2 kW. Im Video wird als Herangehensweise ein eigener Schrank für die Ladeinfrastruktur mit eigener Zählung, Lastmanagement und abrechenbaren Wallboxen beschrieben, statt für jede Partei eine eigene Leitung zu ziehen.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.

Hinweis: Im Video stellt Tobias vor allem die Fragen aus den Kommentaren, Thomas von der Energiegemeinschaft Baden-Württemberg antwortet. Weil sich die Sprecher im Transkript nicht immer eindeutig trennen lassen, stehen Antworten als Aussagen „im Gespräch“. Eine Zusammenarbeit wird im Video nicht genannt. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

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Unser Grundsatz: Wir empfehlen nur, was wir auch bei uns zu Hause einbauen würden. Und wenn wir von einer Lösung nicht überzeugt sind, sagen wir das offen – auch wenn uns das einen Auftrag kostet. Denn gutes Handwerk beginnt mit einer Empfehlung, hinter der man steht.

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