Wo fängt Smart Home an? Das Video zum Einstieg: Energie sparen, Komfort, Luxus

27 Minuten aus dem Podcast Smart Home Busters, Folge 3: Elektromeister Tobias Haack und Systemintegrator Torben Ledermann sprechen darüber, wo Smart Home im Alltag anfängt und welche Funktionen etwas bringen. Heizung, Beschattung, Zeitschaltuhr und Zentral-Aus.

Tobias Haackmit Torben Ledermann
24. April 2026Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Vorschaubild: zwei Männer vor einem beleuchteten Haus, dazu der Schriftzug Smart Home Busters, der Podcast, Folge 3: Wo fängt Smart Home wirklich an? und Symbole für Thermometer, Glühbirne und Rollladen

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Inhalt: Kurz gesagt · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Tobias hat Smart Home früher zu groß gedacht, und seine Kundschaft hält es erst einmal für viel zu teuer. Er berät deshalb in Bausteinen: Geld sparen mit Heizung und Beschattung, dann Komfort, dann Luxus. Für Torben sollte das Energiesparen eigentlich der erste Schritt sein. Komfort sind im Gespräch eher die einfachen Dinge: ein Präsenzmelder an der Kellertreppe, eine Zeitschaltuhr, die man selbst einstellt, oder ein Zentral-Aus beim Verlassen des Hauses. Wo es noch hakt, sind Schnittstellen, etwa zur Heizung.

Wie man ein Smart Home konkret plant, steht im Ratgeber Smart Home planen: Was braucht man?

Das Wichtigste aus dem Video

1. Zu groß gedacht, zu teuer befürchtet

Torben fragt Tobias, was er mit Smart Home verbunden hat, als er neu im Thema war. Tobias: „Ich habe das immer zu groß gedacht“, ähnlich wie seine Kunden teilweise. Bringt er Smart Home ins Spiel, ist die Kundschaft erst einmal ganz erschrocken, weil sie es für viel zu teuer hält. Deshalb ist es ihm wichtig, richtig und in Bausteinen zu beraten.

Tobias teilt das für sich in Module auf. Modul 1 ist Geld sparen, also Heizung und Beschattung: Da kann man aus seiner Sicht „wirklich bares Geld sparen“. Modul 2 ist Komfort, etwa Lichtsteuerung und ein paar Funktionen mit einer Wetterstation. Modul 3 nennt er Luxus, mit Tablets an der Wand oder Sprachsteuerung. Torben hätte es „eigentlich genauso beschrieben“: Komfort, Energie einsparen und Luxus.

2. Für Einsteiger oft erst einmal Luxus

Torben hat das Gefühl, dass Smart Home für Leute, die noch ganz frisch im Thema sind, oft in erster Linie Luxus bedeutet: das Licht übers Handy schalten oder von der Couch aus per Sprachsteuerung den Rollladen fahren. Der erste Schritt sollte für ihn aber eigentlich das Energiesparen sein, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Vielen ist seiner Meinung nach gar nicht bewusst, wie groß der Hebel ist.

3. Beschattung, Kühlung und Energiemanagement

Torben erzählt von einer Studie, von der er bei einem Besuch gehört hat: Mit einer automatisierten Verschattung lasse sich im Fall von Kühlung bis zu 50 oder 70 Prozent der Energie einsparen, so genau legt er sich auf die Zahl nicht fest. Kühlleistung ist für ihn die teuerste Leistung. Er glaubt, dass der Trend zur Klimaanlage zu Hause geht.

Tobias hat bei einem Hersteller von Beschattung einen Vortrag zum gleichen Thema gehört: was die Beschattung zusätzlich zu einer energieeffizienten Verglasung bringt. Thema dort war, so glaubt er, auch, dass man irgendwann in den nächsten Jahren ernsthaft darüber nachdenken muss, Klimatisierung im Wohngebäude einzuführen. In einem Projekt, in dem er gerade berät, will die Kundschaft heizen und kühlen über Klimageräte statt über eine Wärmepumpe, weil sie aus ihrer Wohnung heiße Wochen im Sommer kennt. Dort kommt noch eine PV-Anlage dazu. Wenn man das gut managt, hat man aus seiner Sicht gar keine Stromkosten oder gegen null.

Torben erinnert an einen LinkedIn-Post von Tobias: „Wer heute noch konventionell baut, der baut im Prinzip schon veraltet.“ Mit PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallbox, Klimaanlage und Heizung braucht man für ihn ein System darunter, das die Komponenten vernetzt, einen Überblick zeigt, wo die Energie im Haus hingeht, und das Energiemanagement übernimmt. Sein Beispiel: Die Klimaanlage kühlt, die Verschattung ist komplett offen und die Sonne heizt den Raum auf. Das klinge oft komplex, aber gerade im normalen Ein- oder Mehrfamilienhaus sei das inzwischen „gar nicht mehr so komplex“, glaubt er.

4. Smart Home in der Wohnung nachgerüstet

Tobias wohnt in einer Vierzimmerwohnung, die er nicht selbst installiert hat. Als Erstes hat er die Heizung nachgerüstet: Die konventionellen Raumthermostate hat er gegen smarte getauscht. Das hat er seit drei Jahren und vergleicht die Rechnungen. Die Werbeversprechen lagen bei bis zu 30 Prozent, und ungefähr 30 Prozent Heizkosten hat er nach eigener Aussage auch eingespart.

Dazu kam eine Nachrüstlösung für elektrische Rollläden mit Innen- und Außentemperaturfühler und Helligkeitssensor, aus einer Kooperation mit einem Hersteller. Die Rollläden fuhren automatisch, auch während er unterwegs war, je nachdem, wie hell es draußen war. Er hat keine Klimaanlage. Er nennt einen Unterschied von fast 7 Grad im Wohnraum: Getestet ohne die Automatik war es bei ihm danach 7 Grad wärmer.

5. Mehrkosten im Verhältnis sehen

Im Gespräch mit der Kundschaft ist der Preis „immer das Thema“, heißt es. Als Beispiel wird ein Sanierungsprojekt genannt: Anschaffungskosten plus fast 400.000 Euro geplante Renovierung, zusammen „irgendwo bei einer Million“. Die Frage an die Kundschaft: Sind 10.000 oder 15.000 Euro mehr wirklich ein K.-o.-Kriterium? Mit einer PV-Anlage mit Speicher, die intelligent gesteuert wird und die Geräte versorgt, sei die Mehrinvestition in diesem Beispiel nach „lass es lange sein, 10 Jahre“ locker drin.

Im Gespräch heißt es auch: Für Küche oder Bad wird viel Budget eingeplant, weil man es direkt sieht. Das Energiesparen sieht man in der Planung nur als Kostenpunkt, und die Komponenten verschwinden am Ende in der Verteilung. Dem Kunden muss deshalb verständlich werden, dass es nicht nur um einen anderen Taster geht, sondern dass bares Geld eingespart wird.

6. Unterschätzt: die Zeitschaltuhr

Tobias fragt nach Torbens „most underrated“ Funktion. Für Torben war es ein großes Learning, „so bescheuert das jetzt klingt, Zeitschaltuhren“: dass der Nutzer selbst in seinem Handy, seiner App oder der Visualisierung eine Zeitschaltuhr anlegen kann, zum Beispiel für die Weihnachtsbeleuchtung, und der Systemintegrator das nicht vorgeben muss. Die Funktion wird laut Torben immer wieder gefragt. Er achtet inzwischen bei der Auswahl einer Visualisierung darauf.

Tobias denkt an seine Schwiegereltern: Sie haben zwei Zeitschaltuhren für die Außenbeleuchtung, und er stellt sie bei Besuchen um, wenn es früher oder später dunkel wird. „Da denke ich manchmal zu kompliziert“, sagt er. Torben würde so etwas eigentlich lieber mit einem Präsenzmelder oder einer Astrofunktion nach Sonnenauf- und -untergang automatisieren. Ganz häufig hört er aber, dass die Leute es selbst über eine Zeitschaltuhr einstellen wollen. Viele Hersteller im KNX-Bereich haben das seiner Meinung nach manchmal gar nicht so auf dem Schirm, „vielleicht ein bisschen böse formuliert“. Wichtig ist ihm, dass der Nutzer selbst entscheiden kann, was wie schaltet.

Tobias kennt aus der Beratung die Frage, ob man nach der Übergabe selbst noch Änderungen machen kann. Das ist je nach System nur bedingt möglich, und die Leute sind vorsichtig, welche Folgekosten ein Umprogrammieren hätte.

7. Zentral-Aus beim Verlassen des Hauses

Die abgefahrenste Funktion, die Torben spontan einfällt: Ein Kunde hatte eine Haustür mit eingebautem RGB-LED-Licht. Beim Verlassen legt er kurz die ganze Hand auf einen Taster. Sind alle Fenster zu, leuchtet die Haustür grün, ist noch eines offen, rot. Im Gespräch kommt dazu, dass man darauf auch legen könnte, ob der Herd aus ist oder die Spülmaschine noch läuft.

So eine „Ich verlasse das Haus“-Szene wird im Gespräch als ganz große Komfortfunktion beschrieben: Steckdosen und große Verbraucher wie der Herd werden abgeschaltet, es wird geprüft, ob noch Fenster offen sind, Rollläden fahren je nachdem herunter. Auf die Frage nach einem Zentral-Aus komme in der Beratung immer wieder positives Feedback, heißt es. Man vergisst oft, alle Lichter auszumachen, und ist dann unterwegs unruhig.

8. Komfort sind die einfachen Dinge

Komfort muss für Torben nicht bedeuten, auf der Couch per Handy das Licht zu schalten. „Ganz im Gegenteil“: Es sind eher einfache Sachen wie der Bewegungs- oder Präsenzmelder, der das Licht automatisch schaltet, wenn man mit dem Getränkekasten in der Hand die Kellertreppe hinuntergeht. Diese Kleinigkeiten summieren sich. Und wenn das Licht automatisch wieder ausgeht, spart das auch Energie. Riesige Kilowattstunden seien das nicht, „aber Kleinvieh macht auch Mist“.

9. Heizung, PV-Überschuss und Heizstab

Bei Tobias zu Hause regelt der Thermostat herunter, wenn sie das Haus verlassen haben, über eine Geofencing-Funktion. Die Zeiten für die Nachtabsenkung kann er einprogrammieren. Für ein Haus mit größerer Heizungsanlage und PV-Anlage findet er gut: Ist der Akku voll, kann man einen Heizstab einbinden, der mit dem überschüssigen Strom Warmwasser auf Temperatur bringt, bevor der Strom ins Netz geht. Einen Heizstab smarter zu machen, ist aus seiner Sicht kein so großer Aufwand.

Torben sieht den Pufferspeicher als eine Form von Batterie, die man in der Regel sowieso schon im Gebäude hat. Ein Batteriespeicher zur PV-Anlage sei natürlich auch sinnvoll. Lässt sich ein Heizstab nachrüsten und ins System einbinden, ist das für ihn eine ideale Kombination. Im Gespräch heißt es, das sehe man immer öfter.

10. Wo es noch hakt: Schnittstellen zur Heizung

Wege gibt es laut Torben in der Regel immer, zur Not „hingebastelt“, ideal sei das aber nie. Schwierigkeiten hat er momentan immer mal wieder mit der Anbindung von Heizungsanlagen. Sein Beispiel: Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung kann im Sommer auch kühlen, kein Ersatz für eine Klimaanlage, aber eine angenehme Form der Klimatisierung. Am Raumthermostat lässt sich zwischen Heizen und Kühlen wechseln. Über das Gateway des Herstellers bekam er aber nur die Information heraus, ob die Wärmepumpe heizt oder kühlt, umschalten ließ sie sich darüber nicht. Der Nutzer muss deshalb im Sommer jedes Mal zur Wärmepumpe und sie am kleinen Display umstellen.

Tobias hatte bei einem Projekt genau das gleiche Problem. Im Gespräch heißt es: Die Heizungsaktoren lassen sich auf Kühlen umstellen, die Heizung muss trotzdem von Hand umgestellt werden. Im Gespräch fällt dazu auch das Gewerke-Thema in Deutschland: Rollladenbauer und Heizungsbauer bringen jeweils ihre Anlage mit, und am Ende müssen die Systeme miteinander „verheiratet“ werden. Die Herausforderungen heben sich die beiden für die nächste Folge auf.

11. Was Tobias in seiner Wohnung fehlt

Tobias hat eine Videosprechanlage von einem Hersteller, für den er als Elektriker keine Ersatzteile mehr bekommt. Er hätte gern, dass der Ruf aufs Handy kommt, etwa um dem Paketboten die Tür zu öffnen, wenn er die Abstellgenehmigung vergessen hat. Das kann er so kurzfristig wohl nicht umsetzen. Das Thema Luxus haben die beiden nach Torbens Worten „so ein bisschen übersprungen“. Sie bitten Zuschauer, eigene oder verrückte Smart-Home-Ideen in die Kommentare zu schreiben, und können sich eine eigene Folge zum Luxus-Smart-Home vorstellen.

Hinweis zur Zusammenarbeit: Eine Zusammenarbeit für diese Folge wird im Video nicht genannt. Tobias erwähnt eine frühere Kooperation mit einem Hersteller einer Nachrüstlösung für Rollläden, den Namen nennt er nicht.

Häufige Fragen

Wo fängt Smart Home an?

In der Folge teilen Tobias Haack und Torben Ledermann Smart Home in drei Bereiche: Energie bzw. Geld sparen, Komfort und Luxus. Zum Sparen zählt Tobias Heizung und Beschattung, zum Komfort die Lichtsteuerung und Funktionen mit einer Wetterstation, zum Luxus Tablets an der Wand und Sprachsteuerung. Torben meint, der erste Schritt sollte eigentlich das Energiesparen sein, ohne den Komfort zu vernachlässigen.

Ist Smart Home vor allem Luxus?

Torben hat das Gefühl, dass Smart Home für Leute, die neu im Thema sind, oft in erster Linie Luxus bedeutet, etwa das Licht per Handy schalten oder den Rollladen per Sprachsteuerung von der Couch aus. Komfort muss für ihn aber nicht heißen, per Handy das Licht zu schalten. Es sind eher einfache Dinge, zum Beispiel ein Bewegungs- oder Präsenzmelder, der an der Kellertreppe das Licht automatisch einschaltet.

Kann man Smart Home in einer Wohnung nachrüsten?

Tobias wohnt in einer Vierzimmerwohnung, die er nicht selbst installiert hat. Er hat die konventionellen Raumthermostate gegen smarte getauscht und nach seinen Rechnungen über die Jahre ungefähr 30 Prozent Heizkosten gespart. Mit einer Nachrüstlösung für elektrische Rollläden mit Temperatur- und Helligkeitssensoren hatte er fast 7 Grad Unterschied im Wohnraum.

Welche Smart-Home-Funktion wird unterschätzt?

Für Torben die Zeitschaltuhr, die der Nutzer selbst in der App oder Visualisierung anlegen kann, zum Beispiel für die Weihnachtsbeleuchtung. Er nennt das eine total einfache Funktion, die aber immer wieder gefragt wird. Bei der Auswahl einer Visualisierung achtet er inzwischen darauf.

Was ist eine Zentral-Aus-Szene beim Verlassen des Hauses?

Im Gespräch geht es um eine „Ich verlasse das Haus“-Szene: Lichter gehen aus, Steckdosen und große Verbraucher wie der Herd werden abgeschaltet, Rollläden fahren je nachdem herunter, und es wird geprüft, ob noch Fenster offen sind. Torben erzählt von einem Kunden, bei dem die Haustür über einen Taster grün leuchtet, wenn alle Fenster zu sind, und rot, wenn noch eines offen ist.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.

Hinweis: Im Video spricht Tobias mit Torben Ledermann, Systemintegrator, im Podcast Smart Home Busters. Aussagen sind der Person zugeordnet, die sie im Gespräch macht; wo das nicht eindeutig ist, steht „im Gespräch“. Zahlen gelten für die genannten Beispiele. Eine Zusammenarbeit für diese Folge wird im Video nicht genannt. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

Nicht alles, was technisch möglich ist,
ist auch sinnvoll.

Ob neue Elektroinstallation, Modernisierung oder ein konkretes Problem: Wir empfehlen Ihnen nicht einfach, was möglich ist, sondern was für Sie wirklich Sinn ergibt. Mit über 20 Jahren Praxiserfahrung weiß Elektromeister Tobias Haack, worauf es ankommt – und wo Sie sich unnötige Kosten sparen können.

Unser Grundsatz: Wir empfehlen nur, was wir auch bei uns zu Hause einbauen würden. Und wenn wir von einer Lösung nicht überzeugt sind, sagen wir das offen – auch wenn uns das einen Auftrag kostet. Denn gutes Handwerk beginnt mit einer Empfehlung, hinter der man steht.

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