Die Wahrheit über das Handwerk: Herausforderungen und Chancen, Realtalk vom Profi

12 Minuten Video: Elektromeister Tobias Haack spricht darüber, was es bedeutet, Handwerker oder Handwerkerin zu sein. Welche Chancen man hat, aber auch welche Probleme es mit sich bringt. Sein Fazit: Es ist auf jeden Fall cool, sich fürs Handwerk zu entscheiden.

Tobias HaackElektromeister · Autor
8. Oktober 2023Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Vorschaubild: Tobias Haack mit erstauntem Gesicht tippt sich mit dem Finger an die Stirn, links ein Warndreieck mit Ausrufezeichen vor einem Rohbau aus Ziegelmauerwerk, Schriftzug „Wahrheit“

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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Tobias Haack spricht aus seiner eigenen Erfahrung über das Handwerk. Neben der eigentlichen Arbeit gehören laut ihm viele weitere Fähigkeiten dazu: Angebote, Abrechnungen, Kalkulieren, Terminplanung, Kommunikation, als Selbstständiger auch Buchhaltung und Nein sagen. Ihn stört, dass die Gewerke übereinander schimpfen. Die Chancen überwiegen für ihn: Weiterbildung bis zum Meister, etwas erschaffen und, mit guter Arbeit, „Geld verdienen. Und das nicht wenig.“

„Es ist auf jeden Fall cool, sich fürs Handwerk zu entscheiden, dafür stehe ich, dafür kämpfe ich auch, deswegen bin ich hier auch so aktiv. Ich will zeigen, dass es nicht schlechter ist, Handwerker zu sein, wie z. B. zu studieren.“

Tobias Haack, Elektromeister, im Video

Redaktioneller Hinweis: Das Video gibt Tobias’ persönliche Sicht wieder. Eine Zusammenarbeit wird im Video nicht genannt. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks.

Kapitel im Video

  1. Intro
  2. Herausforderungen
  3. Die Chancen
  4. Gutes Geld verdienen
  5. Handwerk ist cool

Das Wichtigste aus dem Video

1. Worum es nicht gehen soll

Tobias spricht zuerst die Vorurteile an, die mitschwingen, wenn man sagt, man ist Handwerker: notorisch pleite, unpünktlich, nur Pfusch, jeden Kunden abzocken. Das kenne jeder. Darum soll es in diesem Video aber nicht gehen. Das thematisiert er laut eigener Aussage in seinen Kurzvideos auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts, in Kundengeschichten oder aus eigener Erfahrung.

2. Was neben der eigentlichen Arbeit dazugehört

Neben der Arbeit im eigenen Gewerk, ob Fliesenleger, Dachdecker, Maurer, Elektriker oder Sanitär, gibt es laut Tobias noch gewisse Dinge zu tun. Das gilt nicht nur für Selbstständige, sondern auch für Angestellte. Oft bekomme man zum Beispiel die Aufgabe, Angebote zu schreiben, Abrechnungen mit dem Kunden zu machen, Dinge abzusprechen oder vor Ort Probleme zu lösen. Das mache es im Alltag schwieriger, sich einfach auf seine Arbeit zu konzentrieren. Der Endkunde sehe das meistens nicht.

Bei gewissen Aufgaben muss man auch kalkulieren können: sich vorstellen, wie lange ein Projekt dauert, und das dem Kunden oder dem Chef sagen, zum Beispiel 3 Stunden oder 5 Tage. Dazu gehört ein Terminplan. Ruft ein Kunde mit einem Problem an, muss man das in den vollen Terminkalender richtig eintakten, damit man die Termine auch einhalten kann.

Dass Handwerker unzuverlässig seien und Termine nicht einhalten, liegt laut Tobias oft daran, dass die Person das einfach nicht kann. Dann müsse man sich das eingestehen und es vielleicht auch abgeben. Trotzdem werde als Handwerker zu einem gewissen Teil vorausgesetzt, dass man das kann.

3. Kommunikation

Man sollte mit anderen Menschen kommunizieren können. Mit der Kundschaft, um zu besprechen, was sie haben möchte und was man leisten kann. Und auf einer größeren Baustelle, etwa einem Einfamilienhaus mit mehreren Gewerken, auch mit den anderen Handwerkern. Wenn das jemand nicht kann, ist das laut Tobias nicht schlimm. Es werde dann aber weitererzählt, mit Handwerkern könne man nicht reden. „Nee, ist nicht so“, sagt er. Das sei eine Fähigkeit, die bei einem guten Handwerker zwar da, aber nicht selbstverständlich ist.

4. Allein selbstständig

Wer ganz allein ein Unternehmen führt, als One-Man- oder One-Woman-Show, braucht laut Tobias weitere Fähigkeiten, die der Endkunde oft nicht sieht. Er selbst macht das zu einem gewissen Punkt auch alles allein. Man muss Buchhaltung können, ein bisschen was von Steuern verstehen und sein Zeitmanagement im Griff haben. Das sei auch ein Problem, das viele haben.

Ganz wichtig ist für ihn: Nein sagen können. Das hat er nach eigener Aussage auch erst viel später gelernt. Er ist zum Zeitpunkt des Videos 19 Jahre Handwerker, hat viele Fehler gemacht und berichtet auf seinem Kanal auch aus eigenen Fehlern.

5. Schimpfen unter Kollegen muss aufhören

Was Tobias auf die Nerven geht: dass unter den Gewerken und Kollegen jeder über den anderen schimpft, was der schlecht gemacht hat. Kommt er auf eine Baustelle, sieht er vielleicht, dass der Elektriker vor ihm etwas nicht richtig gemacht hat, „in meiner Ansicht“. Ein anderer sehe es vielleicht wieder anders. In seinen Kommentarspalten gingen die Meinungen weit auseinander, zum Beispiel in der Elektrotechnik bei der Frage, was noch Bestandsschutz ist und was man renovieren oder sanieren muss.

Das wirkt laut Tobias nach außen schlecht. Die Leute fühlen sich dann bestätigt, dass Handwerker schlechte Arbeit abliefern. Er findet, das muss aufhören.

6. Die Chancen

Die Chancen überwiegen für Tobias, sonst wäre er nicht mehr Handwerker. Er hat eine klassische Ausbildung gemacht, inzwischen einen Meistertitel und einen technischen Betriebswirt. Man hat also die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich ein anderes Standing zu verschaffen.

Anfangs hat er das Handwerk nach eigener Aussage eher negativ gesehen und gedacht, man müsse die ganze Zeit buckeln und schwere Arbeit machen. Das gehöre dazu, sei aber nicht 100 % der Zeit. In der Ausbildung werde man manchmal vielleicht genötigt, die schlechtere Arbeit zu machen. Das sei aber dazu da, es zu lernen und zu sehen, wie belastbar der Körper ist. Darauf könne man aufbauen und zeigen, was man kann und welchen Mehrwert man der Firma bringt.

Wenn er sich nach 19 Jahren mit Leuten aus seinem Umfeld vergleicht, die studiert haben und einen Bürojob machen, haben viele davon, die er persönlich kennt, ein Problem, sich zu motivieren. Alle in eine Schublade werfen will er ausdrücklich nicht. Die meisten, die er im Handwerk kennt, freuen sich dagegen, etwas zu erschaffen. Man sehe am Ende des Tages, was man getan hat. Wenn bei ihm als Elektriker ein Licht angeht, freut er sich: „Es ist zwar banal, aber es macht mich glücklich, das zu sehen.“ Genauso, wenn er bei jemandem ein Problem löst und die Menschen froh sind.

Den Vergleich zwischen einem frisch ausgelernten Handwerker und jemandem, der aus dem Studium kommt und viel länger in der Ausbildung war, hält er für falsch: „zwei Paar Schuhe“.

7. Gutes Geld verdienen

Eine Chance, die man laut Tobias auf jeden Fall erwähnen muss: Als Handwerker oder Handwerkerin kann man tatsächlich Geld verdienen, „und das nicht wenig“. Wer denkt, Handwerker verdienen nichts und werden von den Chefs ausgebeutet, bei dem liege das meistens an ihm selbst. Man müsse für sich selber einstehen. Auch wer gerade aus der Ausbildung kommt und gute Arbeit leistet, könne viel Geld verdienen. Sein Beispiel: Der Chef probiert vielleicht, einen mit 15 Euro abzuspeisen. Wer das als Junggeselle mit sich machen lässt, „dann ist das dein Pech“. Es gebe einen Markt, weil es weniger Fachkräfte gibt.

Dazu kommt die Weiterbildung, wie er sie gemacht hat: Meisterschule, technischer Betriebswirt, andere Arbeiten oder andere Verantwortung. Wer sich selbstständig macht, kann sich laut Tobias über diverse Kanäle noch mal anders präsentieren. Er ist auf YouTube, Instagram und TikTok aktiv. Wer sich mit seiner Arbeit auseinandersetzt, weiß, was er für ein Typ ist und für welche Werte er steht. Das gebe ihm andere Möglichkeiten, beim Kunden vielleicht auch andere Preise aufzurufen. Das sei aber wie in jedem Beruf: Auch im Büro müsse man sich anders präsentieren, wenn man befördert werden will.

8. Sein Fazit: Handwerk ist cool

Für Tobias ist es auf jeden Fall cool, sich fürs Handwerk zu entscheiden. Dafür steht und kämpft er, deshalb ist er so aktiv. Er will zeigen, dass es nicht schlechter ist, Handwerker zu sein, als zum Beispiel zu studieren. „Wir brauchen Handwerker und Handwerkerinnen, die ihren Job lieben“, sagt er. Dinge erschaffen, andere Menschen glücklich machen und sich vielleicht auch ein bisschen dafür einsetzen, Konflikte auch zwischen den Gewerken zu lösen: Mit dieser Herangehensweise werde man das Handwerk auf lange Sicht in ein positives Licht rücken, denkt er. Zum Schluss fragt er die Zuschauer nach ihrer Meinung, ob Handwerker oder Laie.

Häufige Fragen

Welche Herausforderungen hat man als Handwerker laut Tobias Haack?

Neben der eigentlichen Arbeit im Gewerk kommen laut Tobias noch gewisse Dinge dazu, nicht nur bei Selbstständigen, auch bei Angestellten: zum Beispiel Angebote schreiben, Abrechnungen machen, Dinge absprechen und vor Ort Probleme lösen. Man muss kalkulieren können, wie lange ein Projekt dauert, Termine richtig eintakten und mit Kundschaft und anderen Gewerken kommunizieren. Wer allein selbstständig ist, muss zusätzlich Buchhaltung können, ein bisschen was von Steuern verstehen, sein Zeitmanagement im Griff haben und Nein sagen können.

Kann man im Handwerk gutes Geld verdienen?

Laut Tobias kann man als Handwerker oder Handwerkerin tatsächlich Geld verdienen, „und das nicht wenig“. Mit guter Arbeit und wenn man zu sich selber steht und weiß, was man kann, könne auch jemand, der gerade aus der Ausbildung kommt, viel Geld verdienen. Man müsse für sich selber einstehen. Dazu gibt es die Möglichkeit, sich weiterzubilden, etwa mit Meisterschule oder technischem Betriebswirt.

Was stört Tobias am Umgang der Gewerke untereinander?

Ihn stört, dass jeder über den anderen schimpft, was der denn schlecht gemacht hat. Das wirkt aus seiner Sicht nach außen schlecht, weil sich die Leute dann bestätigt sehen, dass Handwerker schlechte Arbeit abliefern. Er findet, das muss aufhören.

Warum darf man frisch ausgelernte Handwerker nicht mit Studierten vergleichen?

Laut Tobias vergleicht man jemanden, der frisch ausgelernt ist, mit jemandem, der aus dem Studium kommt und eine viel längere Zeit in der Ausbildung verbracht hat. Der müsse dann natürlich gleich ein bisschen mehr verdienen. Für ihn sind das zwei Paar Schuhe, die man nicht miteinander vergleichen darf.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik.

Hinweis: Das Video ist vom Oktober 2023 und gibt Tobias’ Sicht zu diesem Zeitpunkt wieder. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

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Unser Grundsatz: Wir empfehlen nur, was wir auch bei uns zu Hause einbauen würden. Und wenn wir von einer Lösung nicht überzeugt sind, sagen wir das offen – auch wenn uns das einen Auftrag kostet. Denn gutes Handwerk beginnt mit einer Empfehlung, hinter der man steht.

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