Aufmaster im Test: Kabellänge messen, Aufmaß auf der Baustelle und Inventur im Lager
19 Minuten Video: Elektromeister Tobias Haack richtet den Aufmaster mit der App ein, legt einen eigenen Kabeltyp an und misst damit Kabel auf der Trommel. Dann zeigt er das Aufmaß beim Abschneiden und die Inventur der Kabelringe im Lager.
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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ
„Diese Liste macht man sich oft händisch, schreibt vielleicht dann auf dem Kabel noch eine Meteranzahl drauf, wie man das auch sonst immer gemacht hat. Die Liste verschwindet, dann ist blöd.“
Tobias Haack, Elektromeister, im Video
Hinweis: Eine Zusammenarbeit mit Aufmaster wird im Video nicht genannt. Laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks, darunter ein Link zum Produkt.
Kapitel im Video
Das Wichtigste aus dem Video
1. Wofür der Aufmaster da ist
Tobias stellt den Aufmaster als Tool vor, um bei der Inventur oder beim Ablängen von Kabeltrommeln Längen zu bestimmen und zu dokumentieren. Gleiches gilt laut ihm auf der Baustelle, wenn man viele Kabel zieht und einzelne Längen dokumentieren und ausmessen muss. Im Handling sei er „super easy“.
2. Was im Karton ist
Im Karton sind der Aufmaster als „Herzstück“, ein Kabel mit USB-Stecker zum Laden über USB-C und ein Quickstart-Guide, „den braucht ihr hoffentlich nach diesem Video nicht mehr“. Dazu kommen diverse Klemmen: zwei Krokodilklemmen oder zwei Messspitzen, die man aufstecken kann.
3. Einrichtung mit der App
Tobias empfiehlt, den Aufmaster zuerst einmal voll aufladen zu lassen. Voll geladen hält der Akku laut ihm bis zu zwei Wochen. Dazu braucht man ein Gerät, egal ob iPhone, Android-Handy oder zum Beispiel iPad. Die App heißt ebenfalls Aufmaster und gibt es laut Tobias in jedem gängigen App Store.
Bei der Einrichtung aktiviert man Bluetooth und erlaubt der App, Geräte zu suchen. Der Standort ist laut Tobias später für die Projektdokumentation wichtig. Statusmeldungen schaltet er aus, weil er es nicht mag, ständig benachrichtigt zu werden. Der Barcode-Scanner ist dafür da, Kabel und Leitungen aus den Datenbanken abzuscannen und einfacher zu finden. Außerdem braucht man ein Konto. Das kann man später auch über einen Browser aufrufen und die Daten von der Baustelle oder aus dem Lager im Büro auswerten. Zum Koppeln hält man am Aufmaster einmal lang gedrückt, bis er sich zuschaltet. Das geht laut Tobias „relativ fix“.
In der App gibt es das Aufmaß auf der Baustelle, die Inventur im Lager, eine schnelle Messung, einen Artikelstamm mit eigenen Artikeln, Einstellungen und ein FAQ.
4. Eigene Leitung anlegen und kalibrieren
Der Aufmaster kommt mit einem Artikelstamm. Je nach Lieferant gibt es aber Leitungen, die dort noch nicht hinterlegt sind. Die muss man sich laut Tobias händisch anlegen und einmal die Mühe machen, eine Referenzmessung zu machen, zum Beispiel mit genau 20 m von der Trommel. Dann gibt man die Daten ein und kalibriert die Messung. Damit hat man laut ihm diesen Leitungstyp, den man sinnvollerweise regelmäßig vom gleichen Lieferanten nachbestellt, einmal angelegt und kann schnell messen.
Alternativ kann man den Barcode scannen, wenn die Trommel schon mit Barcode kommt. Das werde es in Zukunft höchstwahrscheinlich öfter geben. Im Video legt Tobias die Leitung manuell an, mit Name, Adern oder Pärchen (Pärchen bei einer verdrillten Leitung, etwa einem Datenkabel), Querschnitt, Hersteller und optional einer eigenen Artikelnummer. Bei ihm ist es eine Leitung mit drei Adern und 2,5 mm² Querschnitt. Statt ein 20-m-Stück abzuschneiden, nimmt er die Länge, die er vorher auf der Trommel ausgemessen hat: 80,87 m, „so genau wie möglich“. Angeschlossen wird über die Krokodilklemmen.
5. Die schnelle Messung
Nach dem Kalibrieren zeigt die schnelle Messung 80,76 m. Eine Toleranz gibt es laut Tobias immer: ungefähr 5 % nach oben und unten, wenn die Leitung nicht vorher im Datenstamm ist, und ungefähr 2 %, wenn sie von Aufmaster vorgegeben ist. Angezeigt werden außerdem die Umgebungstemperatur, die Batterie und die Kabelqualität, bei ihm „sehr gut“. Dann schneidet er ein Stück ab, und der Wert ändert sich sofort auf 79,8 m.
Die schnelle Messung ist laut Tobias eigentlich eine Testmessung. Man nutzt sie zum Beispiel, um zu sehen, ob die Leitung noch reicht, um von A nach B zu verlegen, für die Wareneingangsprüfung oder um schnell mal eine Leitung in der Wand als Prüfung zu messen.
6. Aufmaß auf der Baustelle
Beim Aufmaß arbeitet man laut Tobias in der Regel auf der Baustelle und oft von der Trommel, es geht aber auch vom Kabelring. Im Video simuliert er das an einer Trommel auf einem Abrollsystem. Man legt ein Projekt mit Projektname und Projektnummer an. Wer eine Handwerkersoftware mit Projektnummern nutzt, nimmt sinnvollerweise die gleiche Nummer. Die Listen im Projekt kann man später im Büro umbenennen, etwa nach Tagen oder Bauabschnitten.
Für die Trommel gibt es Zubehör, um den Aufmaster einzuspannen. Ohne Zubehör kann man ihn über zwei Löcher an die Trommel schrauben. Die Farbe des Aufmasters kann bei der Organisation helfen: Man kann zum Beispiel jeder Trommel eine Farbe geben oder jedem Monteur. Das nennt Tobias für größere Betriebe oder wenn mehrere Trommeln im Einsatz sind. Hat man mehrere Trommeln, kann man auf einen anderen Aufmaster wechseln, und ab da wird weiter dokumentiert.
Verbunden zeigt das Gerät, welches Kabel dran ist und wie viel Restlänge noch auf der Trommel ist, bei ihm 73,23 m. Dann verlegt Tobias zum Schein ein Kabel und schneidet ab. Sofort erscheint automatisch ein Eintrag als „automatisch erfasster Schnitt“, hier 2,18 m. Man kann einen Raum oder eine Bezeichnung und eine Positionsnummer vergeben. Laut Tobias ist das live eins zu eins auch im Büro aufrufbar. Beim zweiten Schnitt entsteht genauso sofort der nächste Eintrag.
Den Nutzen beschreibt er so: Man stelle sich vor, auf der Baustelle verlegt man kilometerweise Leitung und schneidet 100 Mal am Tag. Die Liste macht man sich oft händisch und schreibt vielleicht noch die Meteranzahl aufs Kabel, und wenn die Liste verschwindet, ist das blöd. Für die Dokumentation sei es schöner, zeigen zu können, von wo nach wo welche Leitung gelegt wurde. Das freue nachher den Kunden, wenn man eine Rechnung schreibt und nachweisen kann, wo die Leitung verlegt wurde.
Außerdem kann man laut Tobias verlegte Kabel von überall ausmessen, egal ob das Kabel aufgerollt ist, in der Wand oder im Erdreich liegt. Das ist ihm wichtig, wenn man im Nachgang dokumentieren oder ein Aufmaß nachliefern muss, wenn schon alles verlegt ist. Auch das wird nach dem Eintrag gespeichert und ist im Büro aufrufbar.
7. Inventur im Lager
Tobias erzählt aus seiner Ausbildung: Die ersten Wochen hat er im Lager verbracht und Inventur gemacht. Die Begründung war, dass er alle Materialien einmal in der Hand hat und kennenlernt. Die Realität war laut ihm: Der Azubi ist günstig, und Inventur braucht viel Zeit und viel Dokumentationsaufwand. Kabelringe hat er damals händisch gemessen, einen sogar einmal ganz abgerollt. Eine andere Möglichkeit ist, die Ringe zu zählen und mit einem Faktor zu multiplizieren. Dann hat man „Pi mal Daumen“ eine Leitungslänge. Das gehe auch, dauere aber seine Zeit.
Mit dem Aufmaster kann man laut Tobias durch das Lager gehen und alle Ringe einmal durchmessen. Dann ist sauber dokumentiert, was im Lager liegt, auch falls man das irgendwo weitergeben muss. Und bei einer neuen Baustelle weiß man ungefähr, was man noch aus dem Lager nehmen kann, statt einfach neu zu bestellen. Tobias hat einen Betrieb mit drei Mitarbeitern. Da macht es laut ihm durchaus Sinn, einmal im Jahr durchzugehen, weil sein Lager immer voller wird: Er bestellt für Baustellen nach und legt angefangene Ringe wieder ins Lager.
In der App legt man dafür unter „Inventur“ ein Projekt an. Leitungen, die schon angelegt sind, braucht man nicht neu anzulegen. Wichtig ist laut Tobias, dass die Krokodilklemmen richtig an den einzelnen Adern sitzen. Im Video hat er erst nicht aufgepasst. Bei einer Leitung aus dem Artikelstamm zeigt die App in Grün 2 % Toleranz. Sein Ring zeigt 49,92 m. Das war ein nagelneuer Ring, und es passe mit der Meterzahl. Ob ein gekaufter Ring wirklich die angegebene Länge hat, kann man so laut Tobias nachmessen. Außerdem kann man Kommentare hinzufügen, etwa an welchem Platz die Leitung liegt.
8. Tobias’ Fazit
„Also super easy Tool“, sagt Tobias. Er sei „echt happy“ und überzeugt davon, dass er den Aufmaster bei sich im Einsatz haben wird. Als Fakten nennt er: Man kann alle Leitungen mit metallischem Kern messen, also Kupfer, Aluminium und Stahl. Der Aufmaster ist laut ihm IP54-geschützt, man könne ihn also auch in nassen Umgebungen nutzen. Der Akku hält nach einmal Aufladen über USB-C bis zu zwei Wochen. Und als „logischsten Punkt von allem“: Man spart viel Zeit und damit auch Geld.
Worauf es laut Video ankommt: Leitungen, die nicht im Artikelstamm sind, brauchen einmal eine Referenzmessung. Die Klemmen müssen richtig an den Adern sitzen. Und es bleibt eine Toleranz von ungefähr 2 bis 5 %, je nachdem, ob die Leitung von Aufmaster vorgegeben ist. Nachteile nennt Tobias im Video keine.
Häufige Fragen
Wie genau misst der Aufmaster?
Laut Tobias hat man immer ein bisschen Toleranz: Ist die Leitung nicht vorher im Datenstamm, sind es ungefähr 5 % nach oben und nach unten. Ist sie von Aufmaster vorgegeben, sind es ungefähr 2 %. In seinem Test hatte er vorher 80,87 m auf der Trommel ausgemessen, die schnelle Messung zeigte danach 80,76 m.
Was mache ich, wenn meine Leitung nicht im Artikelstamm ist?
Dann legt man sie laut Tobias einmal händisch an und macht eine Referenzmessung, zum Beispiel mit einem genau 20 m langen Stück von der Trommel. Damit wird die Messung kalibriert. Kommt die Trommel schon mit Barcode, kann man sie auch über den Barcode einlesen. Das werde es in Zukunft höchstwahrscheinlich öfter geben.
Welche Leitungen kann man mit dem Aufmaster messen?
Laut Tobias alle Leitungen mit metallischem Kern, also Kupfer, Aluminium und Stahl. Verlegte Kabel kann man nach seinen Worten von überall ausmessen, egal ob das Kabel aufgerollt ist, in der Wand oder im Erdreich liegt.
Wie lange hält der Akku?
Voll geladen hält der Akku laut Tobias bis zu zwei Wochen. Geladen wird über USB-C. Er empfiehlt, den Aufmaster am Anfang einmal voll aufladen zu lassen.
Was bringt der Aufmaster bei der Inventur?
Man kann laut Tobias durch sein Lager gehen und alle Ringe einmal durchmessen. Dann ist sauber dokumentiert, was im Lager liegt, auch falls man das weitergeben muss. Und bei einer neuen Baustelle weiß man ungefähr, was man noch aus dem Lager nehmen kann, statt einfach neu zu bestellen.
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Über Tobias Haack
Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.
Redaktioneller Hinweis: Toleranzen, Akkulaufzeit und Schutzart sind Tobias’ Angaben im Video, die Messwerte gelten für seine Leitungen im Test. Stand der Seite: Oktober 2026.